Alljährlich öffnet die Produktionsstätte der weltweit ältesten Pianofortefabrik ihre Pforten für jedermann und führt in stündlichen Werksbesichtigungen die Geheimnisse der Klavierbaukunst sinnfällig vor Augen. Neben vielfältigen Aktionen der anderen im Ibach-Haus angesiedelten Unternehmen ist dieses Mal auch early music im Ibach-Haus, das Fachgeschäft rund um die Blockflöte und darüber hinaus, mit von der Partie:
15.00   Flötenfirmen im Ibach-Haus: AAFAB BV, Utrecht
 

Was hierzulande Moeck oder Mollenhauer für die Blockflöte bedeuten, das ist in den Niederlanden, dem Stammland der modernen Blockflöten-Renaissance, untrennbar mit dem Namen AAFAB BV verknüpft – eine geheimnisvolle Bezeichnung übrigens für eine geheimnislose Angelegenheit: Der Firmengründer versprach sich mit dem beginnenden Doppel-A einen Wettbewerbsvorteil als stets erster Eintrag beispielsweise in Telefonbüchern...

AAFAB BV vertritt heute nicht nur die besonders in englischen Laienspielkreisen beliebten Instrumente in der Nachfolge Arnold Dolmetschs, der großen Portalfigur in der neueren Geschichte der Blockflöte, sondern hat in den neunziger Jahren auch die Werkstatt des Mannes übernommen, der die ersten historisch orientierten Blockflöten für Frans Brüggen baute: Hans Coolsma. So repräsentiert AAFAB BV einen gewichtigen Strang der internationalen Tradition im Bemühen um den authentischen wie professionellen Blockflötenbau.

Margret Ruysink, die sympathische Ansprechpartnerin aus Utrecht, zeigt im Ibach-Haus, was das Unternehmen heute leistet: mit einem weitgespannten Sortiment und im engagierten Austausch rund um die Blockflöte.



18.00   Konzert: Daniel Koschitzki ”and friends”
 


Mit dem Gewinn des renommiertesten europäischen Blockflötenwettbewerbs vor zwei Jahren hat sich der damals erst 23-jährige Daniel Koschitzki in die allererste Reihe der jungen Generation hineingespielt, ja: hineinkatapultiert – denn zur gleichen Zeit wurde ihm, dem Studenten, die vakante Position des vierten Mitspielers im Amsterdam Loeki Stardust Quartet angeboten. Der Gefährdung, vielleicht zu früh, zu stark in das unzweifelhaft brilliant-virtuose wie erfahrungsgesättigte Fahrwasser seiner berühmten Kollegen zu geraten, begegnet Daniel mit souveräner Gelassenheit und kreativ-eigenem Impetus: Proben seines Spiels, seines Ausdrucksvermögens zeigen einen heranreifenden Künstler, der auf seinem Instrument wirklich etwas zu sagen hat!

Sein gleichermaßen professionelles Klavierspiel eröffnet ihm Horizonte weit über das Leben mit der Blockflöte hinaus, und so ist Daniels Ibach-Recital gestrickt aus ungewohnten Grenzgängen zwischen U und E: Angespornt von den Partnern an Klavier und Schlagzeug, solistisch oder im Dia- und Trialog, verführt die Blockflöte ihre Zuhörer heute in die schillernde Welt des Crossover - Mittelalterliches, minimalistisch kommentiert, Romantisches in kontrastreicher Verschränkung etwa mit spanischer Popmusik, ”Scarborough Fair” meets Frank Martin... Stile, Epochen, Länder kreuzen einander und laden sich an den Begegnungsknoten gleichsam elektrisch auf. Ein Muss nicht nur für Blockflötenfreunde und eine temperamentvolle Lehrstunde über die Allgegenwart inspirierter Musik!


Mit freundlicher Unterstützung der Firma Conrad Mollenhauer GmbH

 
Start • 2003/2004 • Tag der Offenen Tür im Ibach-Haus
 
 
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