Natürlich wollten sie auf ihrer Jubiläumstour zum Fünfzehnten das Ibach-Haus nicht auslassen – die vier Flötisten des Flanders Recorder Quartet, die wie nur ganz wenige die Kunst der beständigen Selbstmotivation beherrschen. Schon vor zwei Jahren hinterließen sie bei ihrem Schwelmer Auftritt den Eindruck beglückend spontanen Musizierens, ohne daß der idiomatische Zugriff oder die stimmig ausdifferenzierte Deutung des Gespielten zu kurz kam. Hier liegt überhaupt die Stärke der vier: die Facettenvielfalt einer Komposition auszuleuchten und zugleich die Empfindung zu erwecken, sie entstehe unter ihren Fingern neu. So sitzen nicht nur die Spieler, sondern nach wenigen Minuten auch die Zuhörer auf der Stuhlkante: gefangen von dem, was an musikalisch raffiniertem Quadrolog sich ereignet.

Herzlichen Dank an Stephan Blezinger, ohne dessen Unterstützung dieses Konzert nicht möglich wäre.


10.00 - 14.00   Blockflötenkurse
mit dem Flanders Recorder Quartet

   
In zwei parallelen Meisterkursen erarbeiten die Musiker weiterführende Perspektiven auf ausgewählte Literatur. Teilnehmen können nicht nur fortgeschrittene Einzelspieler, sondern auch Blockflöten- oder gemischte Ensembles.

aktiv:   30,- €
passiv: 12,- €

Anmeldeschluß 7. September.
Weitere Informationen auf Anfrage.


10.00 - 14.00   Blockflötenausstellung
mit Stephan Blezinger

    Fraglos einer der erfahrensten und besten Blockflötenbauer überhaupt: Stephan Blezinger, dessen Instrumente mit dem vollmundigen Timbre die Sehnsucht nach einer Klangfülle bedienen, wie sie noch vor Jahrzehnten utopisch schien.


10.00 - 14.00   Block- und Traversflötenausstellung
mit Jan Hermans

   
Es ist die Breite des Angebots, die bei Jan Hermans’ Kollektion unmittelbar in Aug’ und Ohr fällt: Neben den früh- und spätbarocken Blockflöten oder den Instrumenten nach Ganassi fertigt Jan auch ein Renaissance-Consort, Traversflöten der unterschiedlichsten Bauart und Barock-Oboen nach mehreren Originalen. Damit ist er vermutlich der vielseitigste Holzblasinstrumentenbauer im
Ein-Mann-Betrieb überhaupt.


10.00 - 14.00   Reparaturen vor Ort
mit Doris Kulossa/Stephan Blezinger

   

Noch vor zwei Jahren hatte Doris Kulossa als souveräne und reaktionsschnelle Sachwalterin der Firma Moeck ihren Reparaturstand hier im Ibach-Haus aufgebaut. Dieses Mal ist sie als enge Mitarbeiterin Stephan Blezingers mit von der Partie, der Nachbesserungen an seinen Instrumenten gerne auch ihrem sicheren Blick und Fingerspitzengefühl überläßt.

Gegen Vorlage der Eintrittskarte zum Konzert wird sie kleinere Eingriffe an mitgebrachten Besucherflöten kostenlos durchführen.

Unabhängig vom Konzertbesuch besteht für Blezinger-Kunden des Ibach-Hauses die Gelegenheit, auch außerhalb der gewährten Garantie die entsprechenden Instrumente nachsehen und kostenfrei überholen zu lassen, soweit dies vor Ort möglich ist.


    Natürlich sind Stephan Blezinger und Doris Kulossa darüber hinaus für jeden ansprechbar: Ihre Tips, Ideen und Einschätzungen helfen im Einzelfall sicherlich weiter.


15.00   Original und Kopie
mit Stephan Blezinger

   
Ist es sinnvoll, original erhaltene Instrumente für die Konzertpraxis exakt zu kopieren? Sind Originale nicht vielmehr durch den damaligen Gebrauch verfälscht? Wo liegt die Grenze zwischen musealer Rekonstruktion und der Neubelebung vergangener Innovationen? Wie ist es zu beurteilen, wenn die Handschrift des heutigen Bauers bestimmender ist als die Spezifik des Modells? – Fragen, die sich dem Spieler oder Käufer unweigerlich stellen, wenn er etwa sein Musikmachen im Rahmen der so genannten „Historischen Aufführungspraxis” legitimiert sehen will. Fragen aber auch, die gerade für den Blockflötenbauer existentiell sind, beantwortet er sie doch täglich neu mit seinen Instrumenten.

Stephan Blezinger hat hier sicherlich einiges zu erzählen: aus seinen konkreten Erfahrungen mit den überlieferten Originalen heraus und vom Standpunkt dessen, der das Instrumentenerbe mit den gegenwärtigen Bedürfnissen vermittelt.


16.30   Konzert: Flanders Recorder Quartet

Eine Reise von der elegischen Anonymität längst versunkener Zeiten über den artifiziell gebändigten Tanz des frühen 16. Jahrhunderts bis hin zu virtuos triumphierenden Säulen des Hochbarock – und ausklingend im ”magic moment” ironisch zeitgenössischer Intervention auf Blockflöten zwischen 15 und 250 cm.
Flanders
Recorder
Quartet
exklusiv
bei

OPUS111

 
Start • 2002/2003 • 1. Blockflötentag - 14.09.2002
 
 
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