Bei Peter Holtslag, dem in London und Hamburg lehrenden Blockflötisten, trifft man auf die seltene Kunst, den genau kalkulierten Zugriff im erfüllten Konzertmoment zu einer zweiten Unmittelbarkeit werden zu lassen, in der Kopf, Hand und Herz miteinander verschmelzen. Zügellose Spontaneität oder vordergründige Virtuosität sind seine Sache nicht – dazu ist ihm das eloquente Ausformulieren dessen, was strukturell in der Musik verankert liegt, einfach zu wichtig. Mit Rainer Zipperling, dem so wunderbar timbrierenden Gambenpartner Philippe Pierlots, und Ketil Haugsand, dessen immer spannungsreicher wie rhythmisch federnder Cembaloton schon Gustav Leonhardt beeindruckte, hat sich Peter Holtslag kürzlich zum Trio NONAME zusammengetan – ein augenzwinkernd doppelbödiger Name übrigens, in dem sich selbstbewußte Ironie und werkorientierte Demut paaren: Drei unanfechtbare Namen ihres Instruments versammeln sich um die Werke des europäischen Barock, um ihnen die wirklich je eigene idiomatische Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die zu realisieren weit mehr erfordert als nur sehr gutes Ensemblespiel.



Eine Probe ihrer Zusammenarbeit geben die drei Musiker auf der jüngst aufgenommenen CD mit Werken Michel Blavets, des virtuosen und seinerzeit nicht nur von Quantz oder Telemann bewunderten Traversflötisten – übrigens dem ersten Tonträger überhaupt, der dem Schaffen des stilistisch universalsten französischen Flötenmeisters gewidmet wurde.



12.00 - 14.00   Meisterkurse mit Peter Holtslag,
Rainer Zipperling und Ketil Haugsand

    In drei parallelen Interpretationskursen für Blockflöte/Traversflöte (Prof. Holtslag), Gambe/barockes bzw. modernes Violoncello (Prof. Zipperling) und Cembalo (Prof. Haugsand) geben die Musiker bei der konkreten Arbeit an ausgewählter Literatur ihre reichhaltigen Erfahrungen weiter.

    Aktive Teilnahme:   25,- €
Passive Teilnahme: 10,- €

    Anmeldeschluss 7. September. Weitere Informationen auf Anfrage.


15.00   Vorkonzert: Thor Imsdahl – 1. Preisträger
im Finale der „Internationalen Blockflötentage
Engelskirchen 2000”

Der dreizehnjährige Thor Imsdahl war die Entdeckung im Wettbewerb der Engelskirchener Blockflötentage 2000. Sein Finalbeitrag – Hans-Martin Lindes ambitioniertes „Märchen” für verschiedene Blockflöten und Stimme – wurde zu einer beeindruckend ausgereiften performance, die in ihrem kindlichen Charme und der zugleich artifiziellen Souveränität mehr bot, als die Partitur nahelegt. Nachdem bei den 1. Blockflötentagen in Engelskirchen 1997 alle Finalbeteiligten gleich gewertet wurden, war Thor dieses Mal der unangefochtene Gesamtsieger dieses so wichtigen Wettbewerbs. Natürlich freuen wir uns, unserem Publikum eine Begabung seines Ranges vorstellen zu können.

   
photos:
Ardito (Jan-Evert Zondag)
info@ardito.nl
 


16.30   Konzert: Trio NONAME

    Eine Reise durch das barocke Europa mit den Stationen Deutschland, England, Frankreich und Italien – dargeboten von einem selbst multinationalen Ensemble im niederländisch-deutsch-norwegischen Trialog und abwechslungsreich eingefärbt durch Blockflöte, Traversflöte, Gambe oder Cembalo.


10.00 - 14.00   Blockflöte international: Tim Cranmore

    Seit 1979 macht er sie – seine Blockflöten, die immer noch und immer wieder zu den gefragtesten weltweit gehören: sei es wegen der Vielfalt der Modelle, die besonders den barocken Blockflötenkosmos abzubilden versuchen, sei es wegen der stark ausgeprägten Individualität einzelner Exemplare, die nie weniger, aber auch nicht mehr sein wollen als ihre Vorbilder in vergangener Zeit: eine „flauto dolce”. Tim Cranmore begleitet den heutigen Tag mit Kostproben seines Sortiments und ist für persönliche Beratung und Begutachtung ansprechbar. Darüber hinaus nimmt er auf Wunsch kleinere Korrekturen oder Nachbesserungen an Instrumenten seiner Kunden vor.

 
Start • 2001/2002 • Trio NONAME am 15.09.2001
 
 
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